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Wie überwindet man eine Schreibblockade?

Aktualisiert: Mai 9

Der Laptop schnauft vor sich hin, als müsste er gerade die Updates seines Lebens installieren. Macht er aber nicht. Eigentlich muss er gerade überhaupt nichts machen, außer mir mein leeres Textdokument in Word anzuzeigen. In das ich noch nichts eingetippt habe. Seit über zwei Stunden, in denen ich dreimal aufgestanden bin, um die Post aus dem Briefkasten zu holen, ein Glas Wasser zu trinken und das Putztuch für den Laptop-Bildschirm herauszukramen. Das leere Dokument könnte schließlich damit zusammenhängen, dass mich Fingertapper auf dem Bildschirm davon abgehalten hätten, etwas zu schreiben.


So wie mir geht es sicher einigen. Das bezieht sich nicht nur auf solche, die Bücher schreiben, sondern kann auch Leute betreffen, die eine Hausarbeit, eine Abschlussarbeit oder einen Bericht für die Arbeit verfassen müssen. Manchmal hat man sehr gute Phasen, die sich über Wochen oder Monate hinziehen können und in denen man stets seine Schreibziele schafft, welche man sich vorgenommen hat. Doch es gibt auch Phasen, in denen man einfach nichts zu Papier bringen kann und sich ständig neue „To Do`s“ überlegt (z.B. Einkaufen gehen, Fotos sortieren, Schrank ausmisten), die einen letztendlich davon abhalten, konzentriert und fokussiert das nächste Kapitel zu schreiben.


Dass man in so eine Phase auch mal reinschlittert, ist nun mal einfach so. Da kommt man nicht drum herum. Wichtig ist, dass man aus dieser Spirale wieder herauskommt und aus einer erfolglosen Woche keine stagnierenden Monate werden. Was ich hierbei sehr empfehlen kann, sind kleine „Sprints“ mit 20 Minuten, mit denen man sich wieder an die Arbeitsmotivation herantastet. Sprich, ich nehme mir für den Tag vor, dass ich mich zwanzig Minuten vor den Computer setze oder mein Notizbuch nehme und konzentriert an meinem Buch arbeite. Ohne jegliche Ablenkung. Wenn ich nach diesen zwanzig Minuten keine Lust mehr habe weiterzuarbeiten oder merke, dass ich nicht weiterkomme, zwinge ich mich auch nicht weiterzumachen. Das wäre sonst nur Zeitverschwendung.


Summiert man diese 20-Minuten-Etappen pro Woche auf, habe ich zumindest mehr als zwei Stunden effektiv gearbeitet. Und genau das ist der Punkt. Mehr als zwei Stunden ist besser als gar nichts gemacht zu haben! Diese Methode übertrage ich auch auf alle anderen Bereiche meines Alltags. Und plötzlich staune ich darüber, dass ich an einem Tag für die nächste Uniprüfung gelernt habe, am Buch gearbeitet habe, joggen war und sogar ein bisschen Haushalt geschafft habe. Jeweils zwar nur 20 Minuten, doch auf die Woche gerechnet habe ich eine Menge erledigt!

Meine Erfahrung ist, dass die Motivation damit von ganz allein wiederkommt. Da kommt es schnell vor, dass man nach den zwanzig Minuten doch noch mal eine Runde mehr durch den Park dreht, weil man sich so fit fühlt. Oder man doch noch eine Seite mehr schreibt, denn die Szene im Buch macht ja gerade so viel Spaß oder man doch noch die Couch verrückt, um dahinter auch mal wieder abzustauben. Und zack! Man ist wieder am Ball 😊


Lasst euch also von Schreibblockaden nicht unterkriegen! Sie gehören dazu und sind normal. Ihr müsst nur wieder die Oberhand gewinnen – manchmal einfach in kleinen Schritten. Und damit komme ich auch schon zum Ende, denn mit einem Blick auf die Uhr habe ich meine zwanzig Minuten erreicht und mir reicht das für heute 😉

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