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E-Book oder gebundenes Buch?

Aktualisiert: Mai 9

Für mein erstes Buch beschäftige ich mich natürlich auch damit, auf welchen Vertriebswegen das Buch auf den Markt kommen soll. In einigen Foren wird sogar diskutiert, ob sich der Druck eines Buches und der Verkauf im stationären Handel überhaupt noch lohnen würde und ob man nicht einfach nur eine E-Book Ausgabe zum Verkauf anbieten solle. Auf diese Art und Weise kommt der Käufer natürlich sehr schnell an das Buch, kann es herunterladen und muss nicht auf den Versand warten.


Mittlerweile gibt es auch Anbieter von Online-Bibliotheken, um E-Books ausleihen zu können. Amazon bietet hierfür z.B. eine Plattform an, auf der man sich E-Books im Rahmen eines Abonnements ausleihen kann. Genauso kommt das E-Book der Umwelt zugute, da kein Papier verbraucht wird, keine Verpackung für den Versand anfällt und keine Emissionen entstehen für den Transport der Ware. Weiterhin ist das digitale Lesen auch platzsparender und handlicher. Das alles stimmt natürlich nachdenklich, denn die Vorteile für ein E-Book sind nicht von der Hand zu weisen.


Doch was sagen die Zahlen dazu?

Im Jahr 2018 wurden 32,4 Millionen E-Books in Deutschland verkauft. Hört sich viel an, doch entspricht diese Menge lediglich einem Marktanteil von 5,7% vom Gesamtumsatz des deutschen Buchmarkts. Eine Umfrage aus 2017 ergab zudem, dass die Präferenz der Leser bei gedruckten Büchern liegt.


Warum also das E-Book ernst nehmen?

Wegen des stetigen Wachstums, das nicht unterschätzt werden sollte. Seit 2010 hat sich die Anzahl der E-Book-Käufer verfünffacht. Damals kauften sich noch 0,7 Millionen Menschen ein E-Book, in 2018 sind es bereits 3,6 Millionen Nutzer. Laut Marktprognosen von Pwc (einer der weltweit größten Unternehmensberatungen) soll die Anzahl der E-Book-Nutzer bis 2024 sogar auf 11,1 Millionen wachsen.


Heißt das, das gedruckte Buch stirbt aus?

Nein. Das gedruckte Buch erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Laut einer Statista-Umfrage aus 2017 gaben 75% der Befragten an, dass sie zum gedruckten Buch greifen. Ein Viertel (25%) bevorzuge das E-Book. Und mal ganz abgesehen von den "hard facts": Ein Buch fühlt sich toll an in der Hand, muss nicht aufgeladen werden, sieht schön aus im Bücherregal und gerade das Seitenumschlagen, die Eselsohren und der berühmte Falz am Buchrücken machen das Lesen haptischer.


Ich ziehe mein Fazit dahingehend, dass ich meinen Lesern beide Formate ermöglichen möchte.

Es sollte niemand in seiner Alltagsgestaltung benachteiligt werden. Denn vielleicht möchte jemand gerne mein Buch lesen, hat jedoch nur auf der täglichen Fahrt zur Arbeit im Bus Zeit dazu und kaum Platz im Rucksack? Vielleicht möchte jemand mein Buch im nächsten Urlaub am Strand lesen, muss jedoch mit dem Koffergewicht aufpassen? So jemanden ärgert es natürlich, wenn es mein Buch nur im Taschenbuchformat gibt.

Andere möchten dagegen lieber gemütlich zuhause auf dem Sofa lesen und lieben ihr stetig wachsendes Bücherregal mit wertvollen Sammlungen, Reihen und Sonderausgaben. Gerade Buchcover kommen gedruckt besser zur Geltung. Für diese Art von Leser ist es verständlicherweise nervig, wenn es das Buch nur im E-Book-Format gibt (zumal auch nicht jeder einen E-Reader besitzt).

Eines ist auf jeden Fall sicher: Der Buchmarkt entwickelt sich weiter und es bleibt spannend, in welche Richtung er Autoren, Verlage und Buchhändler* tragen wird. Wir sollten auf jeden Fall offen bleiben für Neues, auf die Lesebedürfnisse unserer Nutzer eingehen und flexibel auf Marktveränderungen reagieren können.

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text nur die männliche Form verwendet. Gemeint ist stets sowohl die weibliche als auch die männliche Form.

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